Zwischen Pietismus und Sozialismus – Christoph Blumhardt zum 100. Todestag
Der Vortrag entfaltet die Theologie der Hoffnung des jüngeren Blumhardts, die ihn zum Propheten des Religiösen Sozialismus machte. Seine zukunftsweisenden Einsichten, gepaart mit einer Kapitalismuskritik aus christlichem Geist, enthalten viele aktuelle Impulse für ein glaubwürdiges kirchliches, politisches wie persönliches Leben.
Am 2. August jährt sich der 100. Todestag von Christoph Blumhardt (1842-1919), der im Kurhaus Bad Boll das Werk seines Vaters, der dort als Seelsorger und Heiler gewirkt hatte, weiter führte. Ihn begeisterte und motivierte die Vision des Reiches Gottes hier auf Erden.
Enttäuscht von seiner Landeskirche und ihrem verbürgerlichten Christentum wandte er sich der Sozialdemokratie zu. Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität hießen damals deren politische Kampfbegriffe, gleichlautend wie Blumhardts religiöse Ziele. Er entwickelte sich dabei zum politischen Theologen. Seine Leidenschaft galt nicht der Bekehrung oder Heilung einzelner Personen, sondern einer Befriedung der ganzen Menschheit und ihrer Welt.
Der Referent war 15 Jahre Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll, hat dort die literarische Gedenkstätte “Blumhardts Literatursalon” eingerichtet und dazu das Buch verfasst “Reich Gottes in Bad Boll. Religion, Kultur und Politik bei Johann Christoph Blumhardt und Christoph Blumhardt.”
Referent: Albrecht Esche M.A., Theologe und Literaturwissenschaftler, Mössingen