Was ist Salpeter und wer waren die Salpeterer?
Tradition | Grafschaft Hauenstein
Salpeter (von lat. sal petrae, „Felsensalz“) ist der Trivialname einiger häufig vorkommender Nitrate. Diese Salze bildeten sich früher häufig an den Wänden von Ställen, wurden von dort abgekratzt und gesammelt. Salpeter wurde zur Schwarzpulverherstellung benötigt und war ein kriegswichtiger Rohstoff.
Die Salpeterer waren eine Widerstandsbewegung gegen die Klosterherrschaft St. Blasien. Der Abt des Klosters wollte alte Rechte der Grafschaft Hauenstein (z. B. keine Leibeigenschaft) nicht weiter berücksichtigen. In einem Abkommen vom 22. März 1720 wurden des weiteren Abgaben und Leistungen für die Klosteruntertanen neu festgelegt.
Die Salpeteraufstände: 1726 wehrte sich ein Teil der Bauern des Hotzenwaldes gegen die Ansprüche des Klosters. Diese „Unruhigen“, Salpeterer genannt (benannt nach dem Salpetersieder Johann Albiez) kämpften immer wieder gegen andere Bauerngruppen (die „Ruhigen“), die gegen diese Aufstände waren. Ziele der Salpeterer waren die alten Rechte und freie Bauernschaft beizubehalten. Diese Aufstände wurden durch das Militär und die „Ruhigen“ nieder gerungen. Die letzten Unruhen endeten erst nach 1745 mit der Verhaftung und Deportation der Salpeterer nach Saderlach/Ungarn. Mitte des 19. Jahrhunderts stritt abermals eine religiös legitimierte Neuauflage der „Salpeterer“ für mehr Rechte und Freiheiten mit ihren Landesherren. Sie wandten sich gegen Reformen (Unterricht von nichtkatholischen Lehrern, Impfzwang, Militärdienst, reformatorische Gottesdienste). Letztendlich blieb ein harter Kern der Salpeterer übrig, der sich im 20.Jahrhundert allmählich auflöste.
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