Vortragsabend “Die Kurpfalz und ihre westlichen Nachbarn: Politik, Kunst und Kultur unter Carl Theodor, Kurfürst der Pfalz (1742 – 1778)”
Feste | Lunéville · 19.06.2026, 17:00 - 19:00 Uhr
Der zweigeteilte Vortragsabend widmet sich den politischen, kulturellen und künstlerischen Bezügen sowie Beziehungen zwischen der Kurpfalz auf der einen sowie Frankreich und Lothringen auf der anderen Seite in der Zeit von Kurfürst Carl Theodor (1724 – 1799, reg. 1742 – 1799). Im Mittelpunkt stehen die Entwicklungen am kurpfälzischen Hof (1742 – 1778) sowie die vielfältigen wechselseitigen Einflüsse zwischen den Regionen in dieser Zeit. Besonderes Augenmerk gilt den künstlerischen und kulturellen Transfers im Bereich der Gartenarchitektur und der Porzellanproduktion.
Im ersten Teil des Vortrags widmet sich der Leiter des Museums der Stadt Schwetzingen, Lars Maurer, den Beziehungen zwischen Frankreich, Lothringen und der Kurpfalz unter Kurfürst Carl Theodor (1742 – 1778). Diese waren historisch eng, da sich ihre Einflusssphären am Oberrhein bzw. im Bereich der Mosel unmittelbar berührten. Trotz schwerer Verwüstungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1689 – 1697) blieb Frankreich auch im 18. Jahrhundert kulturelles Leitbild für die Kurpfalz. Besonders unter Carl Theodor, der 1742 die Regierung übernahm, prägten frankophone Einflüsse Hof und Politik. Seine Herkunft aus einer deutsch-französisch geprägten Adelsfamilie, seine französische Muttersprache sowie seine von Jesuiten und französisch orientierten Beratern bestimmte Erziehung verstärkten diese Ausrichtung. Erst ab den 1760er Jahren entwickelte Carl Theodor größere politische Eigenständigkeit und distanzierte sich schrittweise von Frankreich. Ein sichtbares Zeichen dieser kulturellen Orientierung war die Berufung des aus Lunéville stammenden Architekten Nicolas de Pigage im Jahr 1749, der im Schwetzinger Schlossgarten, wie exemplarisch vorgestellt wird, Maßstäbe höfischer Repräsentation im französischen Stil setzte.
Im zweiten Teil des Vortrags widmet sich die Leiterin des Erkenbert-Museum Frankenthal (Pfalz), Dr. Maria Lucia Weigel, zunächst der Geschichte der Porzellanmanufaktur, die unter Kurfürst Carl Theodor in Frankenthal errichtet wurde. Der Straßburger Fayence- und Porzellanfabrikant Paul Anton Hannong unterlag in Frankreich einem Produktionsverbot, das aus der Monopolstellung der königlichen Manufaktur in Vincennes resultierte. So wich er in das benachbarte Pfälzer Territorium aus, um dort Hartporzellan herzustellen. Die in Frankenthal im Jahr 1755 in Betrieb genommene Produktionsstätte höfischer Luxuswaren zählte zu den bedeutendsten Manufakturen des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Vorbilder für ihre Erzeugnisse waren in der Frühphase Porzellane aus Meißen, ab 1762 jedoch auch diejenigen der Manufaktur in Sèvres (zuvor Vincennes). Anhand einiger Beispiele von Formen und Dekoren werden die Bezugnahmen von Frankenthaler Stücken auf französische Vorbilder vorgestellt.
Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.
Veranstaltungsdetails
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