Vom Schweigen zum Sprechen
Feste | · 12.05.2026, 19:00 - 20:30 Uhr
Die Literatur der Russlanddeutschen ist von Brüchen, Verlusten und Neuanfängen geprägt. Der Vortrag „Vom Schweigen zum Sprechen“ zeichnet ihre Entwicklung nach – von eingeschränkten Ausdrucksmöglichkeiten in der Sowjetunion bis zur vielfältigen Gegenwartsliteratur in Deutschland.
Vor der Aussiedlung bestimmten politische Repressionen das literarische Schaffen; vieles ging verloren, kurze Formen blieben oft die einzig mögliche Ausdrucksform. Auch die deutsche Sprachbindung nahm stark ab. Mit der Migration wurde Schreiben zu einem Mittel der Selbstvergewisserung, geprägt von Themen wie Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit.
Heute zeigt sich eine vielstimmige Literaturlandschaft: zwischen historischer Aufarbeitung von Verfolgung und Migration sowie postmigrantischen Perspektiven auf Gegenwart und Sprache.
Referent ist Edwin Warkentin aus Detmold, Leiter des Kulturreferats für Russlanddeutsche am Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte. Er gibt einen Überblick über zentrale Entwicklungen und aktuelle Tendenzen.