“… und ich tauche in die Sterne” – Kunst, Gesang und Poesie
Else Lasker-Schüler war eine der bedeutendsten deutsch-jüdischen Dichterinnen. 1932 erhielt sie den Kleist-Preis und floh nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Zürich. 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Wegen des Kriegsausbruchs konnte sie aus Jerusalem nicht mehr nach Europa zurückkehren, litt unter der Verfolgung der Juden im Dritten Reich, setzte sich für den Frieden zwischen Juden und Arabern ein. Eine mutige Frau, eine Künstlerin, deren Gedichte herrliche Sprachbilder von Liebe, Glaube und Religion finden. Eine moderne Frau, die vor allem die lyrische Literatur bis in unsere Tage hinein geprägt hat. Ihr berühmtestes Gedicht beginnt mit den Worten:
Ich suche allerlanden eine Stadt,
Die einen Engel vor der Pforte hat.
Ich trage seinen großen Flügel
Gebrochen schwer am Schulterblatt
Und in der Stirne seinen Stern als Siegel!
Schöner, trauriger, hoffnungsvoller kann Poesie nicht sein. Das werden an diesem Abend der Züricher Lektor Martin Dreyfus, 2014 in der Schweiz zum “Buchmensch des Jahres” ernannt, der Jerusalemer Tenor und Kantor Yoed Sorek mit seinen Liedern und die Künstlerin Marlis Glaser mit ihren Bildern offenbaren. Marlis Glaser hat neben ihrer Ausstellung “Mutige Frauen” auch Bilder-Zyklen zu Liebesgedichten von Else Lasker-Schüler gemalt.
Referent*innen: Marlis Glaser, Martin Dreyfus, Yoed Sorek