Schwetzinger SWR Festspiele: Lob des Widerstands
Konzerte | Schwetzingen · 10.05.2026, 11:00 Uhr
Prometheus ist Lichtbringer, Freigeist, Aufklärer, Künstler, Revolutionär. Er ist eine der schillerndsten Figuren der griechischen Mythologie, seine Geschichte hat bis heute unzählige Dichter, bildende Künstler:innen und Komponist:innen inspiriert, und dieses Konzert ist eine Hommage an ihn. Der Bogen reicht von Mozarts Freimaurertum über die Widerständigkeiten Beethovens bis hin zum ungarisch-französischen Komponisten György Kurtág, der die kleinsten Zellen der Klänge unter das Mikroskop legt. Kurtágs Mikroludien von 1977/78 sind musikalische Aphorismen und bringen dabei Rhythmen ungarischer Volkstänze mit Ideen des Serialismus zusammen. Dazu passt die radikale Chromatik des Hauptthemas im Eingangssatz von Mozarts Es-Dur-Quartett KV 428. Noch weit mehr galten Beethovens späte Streichquartette damals als „neue Musik“. Unter ihnen auch das Opus 132, das auch einen ziemlich stillen Satz enthält. Den choralgesättigten Heiligen Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit hätte auch Prometheus anstimmen können: Nachdem Zeus ihn zur Strafe lange an einen Felsen gekettet hatte, wo ein Adler seine ständig nachwachsende Leber verzehrte, entließ der Göttervater den Gesundeten in die Freiheit.
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