Kulturcafé: Frauen im DDR-Gefängnis Hoheneck – ein Zeitzeugenabend
“Der dunkle Ort”, so lautet der Titel eines Buches, der die Schicksale von Frauen beleuchtet, die als politische Gefangene im DDR-Frauengefängnis Hoheneck einsaßen. Das Frauenzuchthaus Hoheneck war wahrlich ein dunkler Ort, eine Festung mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen, in die das DDR-Regime Kritikerinnen und Republikflüchtlinge einsperrte.
Während andere Gefängnisse der DDR bis heute im Bewusstsein der Menschen geblieben sind, geriet Hoheneck etwas in Vergessenheit. Dabei gehörte auch hier Isolationshaft, Misshandlungen, Zwangsarbeit und überfüllte Zellen zum Alltag der Häftlinge.
Damit dieser Teil der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, hat das Kulturcafé des Maria von Linden-Gymnasiums zwei ehemalige Hoheneckerinnen als Zeitzeugen in die Schule geladen. Konstanze Helber und Karla Fischer werden über ihr Schicksal berichten, über ihre Konflikte mit dem DDR-Regime, über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in Hoheneck selbst und wie sie es geschafft haben, danach wieder ein normales Leben zu führen. Zeitzeugen machen die nüchternen Beschreibungen der Historie lebendig, sie geben dem vielfach erlebten Leid ein Gesicht und sind deshalb unerlässlich für die Geschichtswissenschaft.