Erna Brehm – Mut zur Liebe – Opfer menschenverachtender Gewalt / Festakt
In der Ausstellung “Mutige Frauen” hat die Künstlerin Marlis Glaser auch das Porträt einer Frau aus Calw gemalt, das feierlich in der Badstraßenschule seinen Platz findet: Erna Brehm, die sich 1940 als 16-jähriges Mädchen in einen polnischen Zwangsarbeiter verliebte. Das war nach den nationalsozialistischen Gesetzen verboten.
Gegen den Widerstand ihres Arbeitgebers, auch ihres eigenen Vaters stand Erna Brehm mutig zu dieser Liebe. 1941 wurde sie verhaftet und auf vielfache Weise gedemütigt. Danach war sie acht Monate im Stuttgarter Frauengefängnis und wurde anschließend ins KZ Ravensbrück deportiert. Den unmenschlichen Lebensverhältnissen dort ausgesetzt, zog sich Erna Brehm eine schwere Rippenfellentzündung und später eine Lungentuberkulose zu, wurde zwar aus dem KZ entlassen, starb aber sechs Jahre später im Alter von nur 27 Jahren an den Folgen.
In der Grund- und Werkrealschule Calw, der Badstraßenschule, war Erna Brehm selbst Schülerin. Nun soll das Porträt von Marlis Glaser zu ihrem Gedenken in der Schule aufgehängt werden, eine Erinnerung an ihre mutige Liebe, aber auch ein Mahnmal für die menschenverachtende Gewalt, die ihr widerfahren ist. Bei dem Festakt werden der Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert, die Künstlerin Marlis Glaser und der Stifter des Bildes, der Ehinger Zeitungsverleger Veit Feger, zugegen sein.