„Aus der Provinz in die Welt – Textiles Bauen trifft sanfte Strukturen“
Ausstellung | Pfullendorf · 19.04.2026 - 30.06.2026, 14:00 - 17:00 Uhr
AUS DER PROVINZ IN DIE WELT
In dieser Ausstellung trifft „Textiles Bauen auf Sanfte Strukturen“ – Architektur auf Erfindergeist – stabile Konstruktionen auf beeindruckende Leichtigkeit.
Der aus Pfullendorf stammenden Konstrukteur und Architekt Jochen Schilling, hat sein berufliches Leben der Idee des Bauens mit Textil gewidmet. In der Retrospektive werden Modelle, Skizzen, Fotografien und Projektbeispiele aus mehreren Jahrzehnten gezeigt – sie erzählen von Neugier, Erfindergeist und der Faszination für leichte, bewegliche Konstruktionen. Als einer der ersten Mitarbeiter von Frei Otto am Institut für leichte Flächentragwerke war Jochen Schilling früh an den grundlegenden Entwicklungen des textilen Bauens beteiligt. In dieser Zeit übernahm er unter anderem die Projektleitung für den Pavillon der Weltausstellung 1967 in Montreal. Später war er als Mitarbeiter der Firma Stromeyer maßgeblich am Bau des Olympiadachs in München beteiligt. Die dort gewonnenen Erfahrungen und Prinzipien von Leichtigkeit, Materialeffizienz und konstruktiver Klarheit prägten sein Werk. Ein besonderes Spezialgebiet Schillings sind wandelbare textile Dächer und Schirme – als Toldos oder zentral geraffte Konstruktionen. Diese beweglichen Bauwerke reagieren auf Klima, Nutzung und Ort und verbinden technische Präzision mit poetischer Leichtigkeit. Zahlreiche seiner Projekte entstanden für Weltausstellungen, Flughäfen, Pavillons und öffentliche Räume auf der ganzen Welt.
Mit einem ganz anderen Material hat Marcel Kalberer seine architektonischen Projekte umgesetzt. Der 2025 verstorbene Architekt aus dem Ortsteil Heggelbach der Nachbargemeinde Herdwangen-Schönach, widmete sich dem Weidenbau und schuf Weidenräume und Leichtbaukonstruktionen, aus natürlichen Materialien – Vergänglich und doch voller Vision. Gemeinsam mit Freiwilligen entstanden partizipative Baukunstaktionen, in denen Naturprinzipien spielerisch erprobt wurden. Die Ergebnisse waren grün, leicht und lebendig und bilden einen Spannungsbogen zwischen Stabilität und Architektur auf der einen Seite und Ästhetik, Ökologie und Zukunftsdenken auf der anderen. „Sanfte Strukturen“ wurde im Jahre 1973 von Marcel und Dorothea Kalberer gegründet. Heute führt die Künstlergruppe ihre Arbeit in zweiter Generation fort. Anna Kalberer, Peedy Evacic und Bernadette Mercx leiten weltweit Projekte und tragen die Idee weiter hinaus in die Welt.
Die Ausstellung wird am 19. April um 11:30 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und ist dann bis zum 30. Juni jeweils sonntags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Für Gruppen ist eine Öffnung auch zu anderen Zeiten möglich. Interessierte können sich unter info@stadt-pfullendorf.de melden.
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